Dach¶
Schritt 3 setzt das Dach aufs Gebäude. Die Dachform wählst du im Hauptpanel; Neigung, Überstand und Sonderoptionen stellst du rechts im Parameterpanel ein.
Beim Wählen der Kachel Flachdach beginnt der Dachüberstand mit 0,50 m. Stelle den Überstand bewusst auf 0, um automatisch zur Attika zu wechseln. Das gilt am Hauptdach, an eigenständigen Anbauten und an Nebendächern auf Geschossrücksprüngen. Ein erneuter Klick auf Flachdach führt zum Dach mit 0,50 m Überstand zurück; beim Laden bleiben gespeicherte Maße erhalten.
Fassadeneditor im Grundriss, Dachabschluss im Dach-Panel sowie Fensterdetails in Extras und Fensterläden an den Öffnungen sind unter Fassaden und Fensterdetails beschrieben.
Tonnendächer am Hauptbau und an eigenständigen Anbauten erlauben kein zusätzliches Traufgesims. Beim Wechsel zum Tonnendach wird eine vorhandene Gesimswahl ausgeschaltet; das Gebäude und seine übrigen Fassadeneinstellungen bleiben erhalten. Das gilt auch für die KI-Schnittstelle und erfordert keine Rückfrage. Anbauten unter dem Hauptdach folgen dessen Regel; eigenständige andere Dachformen behalten ihre zulässige Gesimswahl.
Stichhöhe des Tonnendachs¶
Beim ausdrücklichen Wählen von Tonnendach beginnt der vorhandene Maßregler bei 50 % der tatsächlichen Dachbasisbreite: einem Halbkreis. Du kannst die Stichhöhe bis einschließlich 12,5 % senken. Das Maß-Icon zeigt das senkrechte Maß in der Bogenmitte von der waagerechten Verbindung der Traufen bis zum Scheitel. Die Traufen bleiben fest; der Scheitel sinkt. Bei 10 m Breite ergeben 30/40/50 % eine Stichhöhe von 3/4/5 m. Ein gespeicherter Prozentwert bleibt beim Laden, Ändern der Breite und Neuberechnen erhalten. Es gibt keine zusätzliche Varianten- oder Radiuswahl. Ein eigenständiges Anbau-Tonnendach besitzt denselben Regler für seine eigene Breite; unter dem Hauptdach geführte Anbauten folgen dem Hauptdach. Der feste Überstand beträgt 0,10 m. Dachhaut, Wandaufnahme und dachhohe Stirnfenster folgen demselben Kreis. Die gesonderte Tonnengaube behält ihre eigene Einstellung.
Dachform wählen¶
| Form | Beschreibung |
|---|---|
| Flachdach | Waagerechte Dachplatte. Standardmäßig vorausgewählt. |
| Walmdach | Nach allen Seiten geneigt. Einzelne Kanten kannst du zu einem Giebel machen — siehe Giebelkanten am Walmdach. |
| Pultdach | Eine einzelne geneigte Fläche. |
| Satteldach | Zwei geneigte Flächen, First in der Mitte, senkrechte Giebel. |
| Ohne Dach | Das Gebäude endet flach auf Traufhöhe — keine Dachschale, kein Giebel. |
Pultdach beim T-Grundriss
Beim T-förmigen Grundriss steht das Pultdach nicht zur Verfügung.
Neigung¶
Satteldach: −30° bis −5° oder +5° bis +75°. Die Höhe kann die Auswahl begrenzen. Negative Winkel senken die Mitte zwischen festen Traufen; die Entwässerung liegt innen.
Walmdach: +5–+75°. Pultdach: +1–+60°. Beim asymmetrischen Satteldach bleiben beide Neigungen positiv (+5–+75°).
Neigung und Höhe begrenzen sich gegenseitig
Der Drehpunkt der Dachneigung liegt an der Innenkante der Außenwand. An der Außenkante liegt die Dachunterseite deshalb um 0,40 m · tan(Neigung) tiefer — bei zu wenig Höhe schnitte das Dach unter den Fußboden. Die App lässt das gar nicht erst zu und begrenzt beide Richtungen automatisch: das Maximum der Neigung folgt der verfügbaren Höhe, das Minimum der Höhe folgt der eingestellten Neigung.
| Verfügbare Höhe | Neigung bis |
|---|---|
| 0,3 m | 36° |
| 0,4 m | 45° |
| 0,5 m | 51° |
| 0,7 m | 60° |
| 1,0 m | 68° |
| 1,5 m | 75° (Reglerende) |
Maßgeblich ist beim Hauptdach die Raumhöhe des obersten Geschosses, beim Anbaudach dessen Traufhöhe und beim Nebendach die Geschosshöhe (Raumhöhe plus Deckenstärke). Flachdach und „Ohne Dach" sind ausgenommen.
Asymmetrisches Satteldach¶
Nur bei Rechteck-Grundriss + Satteldach und Freie Firstrichtung = aus: Der Toggle „asymmetrisches Satteldach" im Parameter-Panel gibt dir zwei getrennte Neigungen — je Dachseite eine. Der First wandert dann aus der Mitte zur steileren Seite. Die beiden Neigungen müssen sich unterscheiden.
Dachüberstand¶
Der Überstand reicht von 0 bis 2,5 m. Zwei Modi:
- Ein Wert für alle Kanten — Schalter „var. Dachüberstände" aus (Standard).
- Je Kante — Schalter „var. Dachüberstände" an: du gibst jeder Außenkante bzw. Kantengruppe einen eigenen Überstand. Jede Zeile zeigt den Grundriss klein daneben, die gemeinte Kante gelb hervorgehoben. An Innenecken (Kehlen) teilen zusammenlaufende Kanten automatisch einen Wert.
Auflagerfläche bei Überstand 0
Steht der Überstand auf 0, endet die Traufe nicht mehr schräg auf der Dachneigung, sondern bekommt eine waagerechte Fläche von 10 cm Breite, bündig mit der Vorderkante der Wand — sie steht also nicht über. Sie dient als zusätzliches Auflager: vorher lag das Dach an dieser Stelle nur auf einer Kante auf. Das gilt für alle Dachformen und ausschließlich bei Überstand 0; sobald du einen Überstand einstellst, bleibt die Traufe wie gehabt.
Giebelkanten am Walmdach¶
Ein Walmdach ist zu allen Seiten abgewalmt. Einzelne Kanten kannst du davon ausnehmen: Unter der Dachform erscheint je wählbarer Kante ein Schalter „Kante 1", „Kante 2", …
An dieser Kante entfällt der Walm — dort entsteht ein Giebel, und aus dem Dach wird an dieser Seite ein Satteldach. Wählbar sind nur Kanten mit dreieckiger Dachfläche.
An einem Rechteck sind das die beiden Schmalseiten; die Längsseiten tragen eine trapezförmige Fläche und stehen deshalb nicht zur Wahl. Welche Kanten wählbar sind, rechnet der Server aus deinem Umriss aus — die Liste wechselt mit, sobald du den Grundriss änderst.
Das Dach wird dadurch größer, nicht kleiner
Statt des abgewalmten Dreiecks laufen die beiden Nachbarflächen bis zur Giebelwand durch. Am gemessenen Beispiel (Rechteck 10 × 8 m, Neigung 25°) wächst das Volumen der Dachschale von 32,68 m³ auf 33,60 m³.
Beim L, T und U wird das ganze Dach neu aufgebaut
Giebelkanten gibt es bei allen Grundrissformen sowie an Anbauten und Nebendächern. Bei L, T und U solltest du wissen, was der Schalter dort tut: ohne gewählte Kante entsteht das Walmdach aus zwei bzw. drei rechteckigen Trakten, die sich gegenseitig durchdringen. Sobald du eine Kante zum Giebel machst, wird das Dach als ein Dach über dem gesamten Umriss neu gebaut — und dabei ändern sich auch Dachflächen weit weg von der gewählten Kante. Gemessen bleiben beim L nur 2 von 6 Dachflächen unverändert, beim T 1 von 7, beim U 3 von 8. Die Firsthöhe bleibt dabei gleich; die Firstlinie kann weiter durchlaufen als vorher. Wählst du die Kante wieder ab, ist das ursprüngliche Dach unverändert zurück.
Die Wahl gehört zu diesem Umriss und zu dieser Dachform
Wechselst du die Grundrissform oder die Dachform, ist die Kantenwahl weg und du wählst neu. Das ist Absicht: Kante 1 am L-Grundriss meint eine andere Kante als Kante 1 am Rechteck — die alte Nummer würde nach dem Wechsel auf eine Seite zeigen, die niemand gewählt hat.
Nebendächer (nur bei freiem Grundriss)¶
Hat dein Gebäude eine Restfläche, die das Hauptdach nicht abdeckt — etwa einen Erker oder einen niedrigeren Anbau —, wählst du über die Schaltflächen „Dach 1", „Dach 2", … je Fläche eine von zwei Möglichkeiten: die Geschossdecke bleibt sichtbar, oder die Fläche bekommt ein eigenes Dach (Form, Neigung und Überstand getrennt vom Hauptdach). Für eine Dachterrasse wählst du beim eigenen Dach direkt das Icon „Begehbares Dach“ unter Dachfläche.
| Wert | Bereich |
|---|---|
| Form | Flach, Sattel, Walm, Pult |
| Neigung | Sattel −30…−5° oder +5…+75°; Walm 0…75°; Pult 0…60° |
| Überstand | 0 bis 2,50 m |
| Anzahl | höchstens 50 je Gebäude |
Die Traufe eines Nebendachs sitzt auf der Oberkante der Geschossdecke seiner Fläche. Dachfenster und Gauben lassen sich auch auf Nebendächern platzieren.
Begehbares Dach — die Dachterrasse¶
Beim begehbaren Hauptdach bleibt die Geländerwahl immer sichtbar. Dachüberstand und Traufgesims werden hier nicht angeboten.
Die oben beschriebene Höhenlage gilt für nicht begehbare Nebendächer. Eine begehbare Fläche wird als Geschossdecke direkt auf der Wandoberkante erzeugt, mit der regulären Deckendicke und passenden Wand-Decken-Gegenprofilen. Auf einer Restfläche bleibt sie Teil der vorhandenen Geschossdecke; es entsteht keine zusätzliche Dachplatte darüber. Das gilt entsprechend für begehbare Haupt- und Anbauabschlüsse.
Unter Dachfläche steht Begehbares Dach vor Flachdach. Das gilt für Hauptdach, Restflächen und Anbauten. Die Fläche bildet eine Geschossdecke ohne Dachüberstand; eine Treppe nach oben ist möglich. Die Geländerwahl bietet Kein Geländer, Geschlossen, Staketen und Zinnen als quadratische Icons mit Beschriftungen darunter. Kein Geländer erzeugt eine umlaufende Attika wie beim Flachdach ohne Überstand. Dabei werden abweichende Geländerarten je Kante ausgeschaltet. An höheren anschließenden Wänden bleibt der Dachrand frei. Die Attika folgt nur den freien Kanten. Der eigene Anbauabschluss bleibt auch dann erhalten, wenn das Hauptdach noch nicht fertig gewählt ist.
Bei gewähltem Geländer gilt:
Die begehbare Fläche bekommt ein Geländer an allen freien Außenkanten — wahlweise geschlossen, als Staketengeländer wie bei Balkonen und Terrassen oder mit Zinnen, die es nur hier gibt. Bei sehr kleinen Maßstäben werden die Zähne von selbst weniger und breiter, damit sie druckbar bleiben.
Das Geländer ist fest mit der Geschossdecke darunter verschmolzen (ein Druckteil). Geschlossene und Staketengeländer enden 5 cm vor der Vorderkante einer höheren anschließenden Wand. Der Abstand wird senkrecht zur Wand gemessen; die Stirnfläche verläuft parallel zu ihr. Das gilt unabhängig vom Druckmaßstab. Die Deckenplatte liegt weiterhin an der Wand an; ein vorhandenes Geschossband bleibt erhalten. Attika und Zinnen behalten ihre eigenen Anschlussprofile und den bisherigen Druckabstand von 0,3 mm (im Monolith-Modell bündig). Auch die auskragenden Enden und Zähne der Zinnen halten diesen Druckabstand zur tatsächlichen höheren Wand ein, wenn diese außerhalb des lokalen Dachumrisses weiterläuft. Die freie Auskragung bleibt erhalten.
Nur die Zinnenbrüstung kragt aus: Sie steht 0,40 m vor der Wandflucht und sitzt auf einer durchlaufenden 45°-Schräge. Zahnköpfe und Lückensohlen fallen mit 30° nach außen ab. Die Höhen gelten an der Innenseite — 0,90 m bis zur Lückensohle, 2,10 m bis zur Zahnoberkante. Stößt die Brüstung an eine hochlaufende Wand, läuft die Auskragung dort auf Gehrung zurück.
Zinnen nur auf einzelnen Kanten¶
Der Zahnkranz, den man von der Burg kennt, muss nicht rundherum laufen. Unter der Geländerwahl sitzt der Schalter „Geländerart je Kante wählen". Ist er an, erscheint der Grundriss der begehbaren Fläche, und du klickst die Kanten an, die Zinnen tragen sollen — sie werden gelb. Alle übrigen Kanten bekommen eine geschlossene Brüstung. Ein zweiter Klick nimmt eine Kante wieder zurück. Rechts neben dem Umriss steht, wie viele Kanten Zinnen tragen und wie viele nicht.
An der Ecke zwischen einer Zinnen- und einer Brüstungskante läuft die Zinne um die Ecke herum und endet in der Flucht ihrer eigenen Innenkante — bei einem rechten Winkel also 0,25 m weiter. So bildet die Ecke sich vollständig aus, statt an der Kante abzubrechen. Bei schiefen Ecken wird dieses Stück von selbst länger.
Freie Firstrichtung — First und Traufe selbst wählen¶
Bei Satteldach und Pultdach über einem Standard-Grundriss (Rechteck, L, T, U) gibt es im Parameter-Panel den Toggle „Freie Firstrichtung".
- Freie Firstrichtung = aus (Standard): First- und Trauflage werden automatisch gesetzt — beim Satteldach liegt der First parallel zur längeren Gebäudeseite, beim Pultdach fällt die Fläche zur voreingestellten Traufseite ab. Du musst nichts weiter wählen.
-
Freie Firstrichtung = ein: Du legst die Lage selbst fest. Es erscheint ein Umriss-Fenster, in dem du die maßgeblichen Kanten anklickst:
- Satteldach: Wähle zwei gegenüberliegende parallele Kanten — dazwischen liegt der First. Jede weitere gewählte parallele Kante begrenzt die Dachfläche (Dachrinne), verschiebt den First aber nicht.
- Pultdach: Wähle die Traufkante (die tiefe Dachseite). Jede weitere parallele Kante begrenzt die Dachfläche (Dachrinne oder First).
Wo du keine Kante wählst, läuft das Dach bis zum Umriss. Wählst du bei einem einfachen Rechteck zwei nicht gegenüberliegende Kantenrichtungen, verschneiden sie sich automatisch zu einem T-Dach.
Nur beim Standard-Grundriss
Beim freien Grundriss wählst du die Firstbezugskanten immer über das Umriss-Fenster — dort gibt es den Freie Firstrichtung-Toggle nicht. Beim T-Grundriss steht das Pultdach nicht zur Verfügung.
Zusammenhängende Hauptdachfläche¶
Beim freien Grundriss müssen die gewählte Hauptdachfläche und alle dem Hauptdach zugewiesenen Anbauten einen zusammenhängenden Umriss bilden. Eine reine Eckberührung reicht nicht.
Sind die Flächen zunächst getrennt, zeigt die Dachflächenwahl einen Hinweis und bietet die vorhandenen Restflächen weiter an. Wähle eine angrenzende Restfläche, wenn sie den gewünschten Zusammenhang herstellen soll. Erst eine zusammenhängende Auswahl lässt sich übernehmen. Die zugewiesenen Anbauten gehören vollständig zum Hauptdach; eine verbindende Restfläche kommt durch deine tatsächliche Flächenwahl hinzu.
Firstbezugskanten beim freien Grundriss¶
Beim freien Grundriss — und ebenso bei jedem Nebendach auf einer Restfläche — wählst du die Firstbezugskanten im Umriss-Fenster. Aus deiner Wahl entstehen Gruppen, und jede Gruppe ist ein eigener Dachteil. Die Gruppen bekommen im Fenster verschiedene Farben, damit du siehst, was zusammengehört.
- Die ersten beiden Kanten bilden die Hauptgruppe — dazwischen liegt der Hauptfirst.
- Jede weitere Kante parallel dazu setzt eine Dachrinne. Sie begrenzt, wie weit das Hauptdach an dieser Stelle abgeschleppt wird, verschiebt den First aber nicht. Wo du keine Dachrinne setzt, läuft die Dachfläche bis zur untersten Traufe durch — so entsteht ein überdachter Außenbereich.
- Kanten einer anderen Richtung bilden einen Quergiebel. Ein Quergiebel hat genau zwei Bezugsgeraden; wählst du in seiner Richtung eine dritte Kante, beginnt damit ein neuer Quergiebel. Dachrinnen gibt es also nur in der Hauptgruppe.
- Statt einer zweiten Kante kannst du einen Eckpunkt anklicken. Durch ihn läuft dann eine gestrichelte, gedachte Bezugsgerade parallel zur ersten Kante — praktisch, wenn dem Quergiebel gegenüber gar keine passende Kante liegt. Jeder Quergiebel darf seinen eigenen Eckpunkt haben.
Ein Quergiebel darf den Hauptfirst nicht überragen
Alle Dachteile haben dieselbe Neigung — deshalb entscheidet allein der Abstand der beiden Bezugsgeraden über die Firsthöhe. Spannt ein Quergiebel weiter als das Hauptdach, würde sein First höher liegen; die App lehnt das ab und nennt dir beide Spannweiten.
Unvollständige Firstbezüge
Eine unvollständige Firstbezugsgruppe – etwa eine einzelne Linie ohne zweite Bezugsgerade – blockiert die Berechnung des jeweiligen Hauptdachs. Erst wenn dessen erforderliche Gruppen vollständig gewählt sind, kann es berechnet werden. Der Hinweis unter dem Umrissfenster nennt die fehlende Auswahl; der Punkt am Reiter Dach 1 … Dach n zeigt, welches Dach noch wartet. Auch wandbündige Quergiebel benötigen ein berechenbares Hauptdach. Bereits unabhängig fertig gewählte Nebendächer und Anbaudächer bleiben erhalten.
Was du im Fenster siehst
First-, Grat-, Kehl- und Ortganglinien werden live als dünne weiße Linien eingezeichnet — durchgezogen der First, gestrichelt Grat, Kehle und Ortgang. Sie stammen aus dem wirklich gebauten Dach, nicht aus einer Skizze. Rot markierte Abschnitte liegen an einer hochlaufenden Außenwand: dort darf keine Traufe entwässern, deshalb wird die Traufe dort unterbrochen und über dem Wandstück ein Quergiebel ausgebildet.
Traufe und First
Fachbegriffe rund ums Dach — Traufe, First, Ortgang, Kniestock — findest du im Glossar.
Wandbündiger Quergiebel¶
Quergiebel sind an geeigneten Sattel-, Pult- und Walmdächern wählbar. Beim Pultdach trägt der Quergiebel ein Satteldach mit der Neigung des Hauptdachs; diese Neigung ist hier fest. Bei einer Sattel- oder Walmdachmansarde hat auch der Quergiebel einen Mansardknick mit 75° unten und 30° oben. Bei Flach-, Shed- und Tonnendächern wird die Auswahl nicht angeboten. Die Front bleibt wandbündig und die Spitze innerhalb der zulässigen Dachhöhe.
Platziere den Quergiebel an einer blauen Traufkante im Grundriss. Die Traufmitte rastet ein; die freien Abstände zu den äußeren Wandkanten werden beim Bewegen bemaßt. Über + kannst du weitere Quergiebel setzen. Die Breite ergibt sich aus Höhe und Neigung. Klicke auf das Breitenmaß, um sie direkt einzugeben.
Die äußeren Dachkanten bleiben innerhalb der Querwandaußenkanten. Zu anderen Quergiebeln, Traufknicken, Gauben und Dachfenstern bleiben mindestens 0,25 m lichter Abstand im Grundriss. Seitlich hat der Quergiebel keinen Traufüberstand; sein vorderer Ortgang endet genau an der Vorderkante der Haupttraufe. Dafür gibt es keinen eigenen Überstandsregler.
Die Dachkontur ist auch unter Aus- und Einbauten und Öffnungen sichtbar. In die hochgezogene Wand kannst du normale Fassadenfenster setzen; ihre mögliche Höhe folgt dem tatsächlichen Dach. Beim Export durchläuft der Quergiebel zusammen mit dem Hauptdach die reguläre Dachflächen-, Verbinder- und Druckbettaufteilung der gewählten Bauart.
Im Dachgrundriss unter Öffnungen → Dach, bei den Dachfenstern, wählst du das Icon Quergiebelfenster und setzt ein Fenster auf die Quergiebelfront. Die üblichen Fensterregler bearbeiten Brüstung, Höhe und Breite. Auch hohe Fenster, die weiter unten beginnen und in den Quergiebel hineinreichen, werden im Dachgrundriss angezeigt. Es bleibt jeweils eine durchgehende Wandöffnung; eine zweite Öffnung für den Dachbereich ist nicht nötig.
Die Knickhöhe der Mansarde stellst du neben einem Schnitt-Icon mit senkrechter Bemaßung des Knicks ein. Das Icon steht direkt vor dem Regler in derselben Zeile. Das perspektivische Quergiebel-Icon schaltet dessen Bearbeitung ein; erst dann erscheinen seine Regler.
Drucklage des Mansardwalmdachs¶
Beim Mansardwalmdach liegt der untere geschlossene Kranz mit seiner Anschlussseite zum oberen Walmdach nach unten auf dem Druckbett. Sein ursprünglicher oberer Rand wird senkrecht um 96 mm in Gebäudemaßen gekürzt. Dieser Gebäudewert bleibt fest und wird für jeden Druckmaßstab proportional umgerechnet. Die festgelegte Bettlage bleibt auch beim Texturieren sowie im STL- und 3MF-Export erhalten. Unterer Kranz und oberes Dach sind getrennte Druckteile.
Attika auf dem begehbaren Flachdach¶
Die Attika ist an begehbaren Hauptdächern, Restflächen und eigenständigen Anbaudächern verfügbar. Sie ist fest mit der Geschossdecke und dem regulären Wand-Decken-Anschluss verbunden. Die Wand ist 30 cm dick und steht 20 cm über der Dachoberkante; die Abdeckung ist weitere 5 cm hoch, ragt auf beiden Seiten je 5 cm aus und läuft unten mit 45° zur Wand zurück. Eine Wandtextur reicht bis zur Unterkante der Abdeckung.
Der verputzte Dachträger und die Attikawand tragen durchgehend die gewählte Außenwandfarbe, einschließlich Geschoss- und Anbaufarben. Die Abdeckung bleibt ein eigenes, separat gefärbtes Materialteil. Beim BM bildet die innere waagerechte Dachoberfläche eine eigene Materialschicht mit 0,6 mm Druckdicke in jedem BM-Maßstab und der gewählten Geschossdeckenfarbe. Diese Materialteile gehören gemeinsam zu demselben Dach-Druckobjekt; vorhandene Dachdurchbrüche bleiben offen. Beim MM bleibt das Dach verschmolzen. Beim HM bleibt die bisherige einfarbige Dachausgabe erhalten.
Sheddach¶
MM: Das gesamte Sheddach bleibt ein zusammenhängendes Druckteil ohne Scheiben. Die L-Winkel sind an ihren Verbindungen verschmolzen. BM und HM behalten die steckbaren L-Module. Die Scheibenwahl für andere Fenster und Türen gilt weiterhin. Gedruckt wird auf dem seitlichen Sägezahnquerschnitt.
BM/HM: Das untere Außenende des letzten kurzen Fensterschenkels ist in dieser Drucklage mit 45° zur Waagrechten der Druckplatte angefast. Die tragenden seitlichen Außenwände folgen derselben Endkontur mit 0,15 mm Druckabstand normal zur Gegenfläche; der Dachüberstand bleibt 0,10 m. Ist ein Endmodul bei dem gewählten Maßstab zu kurz, um einen Pfosten mit dem Rahmen verbunden zu halten, meldet die Berechnung den Geometriekonflikt und exportiert keinen losen Pfosten.
BM/HM: Das Sheddach verwendet ausschließlich die Struktur seines Profils und erhält keine zusätzliche Oberflächentextur – auch nicht am Fensterrahmen. Die Trennpfosten sind mit Rahmen und Dachmodul verschmolzen. Bei Export mit Scheiben erhält jedes L-Modul eine separate durchgehende Scheibe. Die Aufnahme liegt nahe der Innenseite des Rahmens; die Scheibe wird von innen eingesetzt. Auf der Druckplatte liegt die äußere Fensterrahmenfläche flach auf, die geschlossene Dachfläche steht senkrecht. Dadurch ist die Scheibenaufnahme oben zugänglich. Das gilt für Hauptdächer und eigenständige Anbaudächer.
BM/HM: Der Scheibenrand erhält das Steckprofil des vorhandenen Fensterrahmens. Er greift hinter die Nutkante; die Aufnahme wird um 0,15 mm im Druckmaß normal zu den Passflächen vergrößert. Die durchgehende Scheibe wird von innen eingedrückt. Die Wandzapfen bleiben mit den tragenden Wänden verbunden und passen auch am Übergang zwischen den L-Modulen in die Dachnuten.
BM/HM: Am freien Dachende – in der Drucklage oben – sind Wandzapfen und zugehörige Nuten entlang der Dachschräge um 15 cm im Gebäudemaß verkürzt. Dachhöhe und Bauteildicke bleiben unverändert.
BM/HM: Werden auch separate Fenster exportiert, liegen die Sheddach-Scheiben als eigenständige Glasteile in derselben Fenster-Druckausgabe. Ohne separate Fenster erhalten sie eine eigene Scheiben-Ausgabe.
BM/HM: Der Anschluss zwischen benachbarten L-Modulen folgt der angehobenen Zapfenkontur der Referenz. Zapfen und Abschlusskante des kurzen Schenkels gehören zusammen. Die Steckleiste ist über die Dachbreite in gleich lange Abschnitte geteilt; Unterbrechungen mit festem Maß lassen im Gegenstück tragende Stege stehen. Die Taschen werden rundum, auch an ihren Stirnseiten, um 0,15 mm im Druckmaß vergrößert.
Zinnen übernehmen automatisch die Fassadentextur des zugehörigen Geschosses oder Anbaus, auch im Druckexport. Andere Geländerarten behalten ihre eigene Oberfläche.