Dach¶
Schritt 3 setzt das Dach aufs Gebäude. Du wählst im Hauptpanel eine von fünf Formen; Neigung, Überstand und Sonderoptionen stellst du rechts im Parameter-Panel ein.
Dachform wählen¶
| Form | Beschreibung |
|---|---|
| Flachdach | Waagerechte Dachplatte. Standardmäßig vorausgewählt. |
| Walmdach | Nach allen Seiten geneigt. Einzelne Kanten kannst du zu einem Giebel machen — siehe Giebelkanten am Walmdach. |
| Pultdach | Eine einzelne geneigte Fläche. |
| Satteldach | Zwei geneigte Flächen, First in der Mitte, senkrechte Giebel. |
| Ohne Dach | Das Gebäude endet flach auf Traufhöhe — keine Dachschale, kein Giebel. |
Pultdach beim T-Grundriss
Beim T-förmigen Grundriss steht das Pultdach nicht zur Verfügung.
Neigung¶
Bei Sattel-, Walm- und Pultdach stellst du die Dachneigung ein: 5–75° — beim Pultdach 1–60°. Flachdach und „Ohne Dach" haben keine Neigung.
Neigung und Höhe begrenzen sich gegenseitig
Der Drehpunkt der Dachneigung liegt an der Innenkante der Außenwand. An der Außenkante liegt die Dachunterseite deshalb um 0,40 m · tan(Neigung) tiefer — bei zu wenig Höhe schnitte das Dach unter den Fußboden. Die App lässt das gar nicht erst zu und begrenzt beide Richtungen automatisch: das Maximum der Neigung folgt der verfügbaren Höhe, das Minimum der Höhe folgt der eingestellten Neigung.
| Verfügbare Höhe | Neigung bis |
|---|---|
| 0,3 m | 36° |
| 0,4 m | 45° |
| 0,5 m | 51° |
| 0,7 m | 60° |
| 1,0 m | 68° |
| 1,5 m | 75° (Reglerende) |
Maßgeblich ist beim Hauptdach die Raumhöhe des obersten Geschosses, beim Anbaudach dessen Traufhöhe und beim Nebendach die Geschosshöhe (Raumhöhe plus Deckenstärke). Flachdach und „Ohne Dach" sind ausgenommen.
Asymmetrisches Satteldach¶
Nur bei Rechteck-Grundriss + Satteldach und Standardfirst = ja: Der Toggle „asymmetrisches Satteldach" im Parameter-Panel gibt dir zwei getrennte Neigungen — je Dachseite eine. Der First wandert dann aus der Mitte zur steileren Seite. Die beiden Neigungen müssen sich unterscheiden.
Dachüberstand¶
Der Überstand reicht von 0 bis 2,5 m. Zwei Modi:
- Ein Wert für alle Kanten — Schalter „var. Dachüberstände" aus (Standard).
- Je Kante — Schalter „var. Dachüberstände" an: du gibst jeder Außenkante bzw. Kantengruppe einen eigenen Überstand. Jede Zeile zeigt den Grundriss klein daneben, die gemeinte Kante gelb hervorgehoben. An Innenecken (Kehlen) teilen zusammenlaufende Kanten automatisch einen Wert.
Auflagerfläche bei Überstand 0
Steht der Überstand auf 0, endet die Traufe nicht mehr schräg auf der Dachneigung, sondern bekommt eine waagerechte Fläche von 10 cm Breite, bündig mit der Vorderkante der Wand — sie steht also nicht über. Sie dient als zusätzliches Auflager: vorher lag das Dach an dieser Stelle nur auf einer Kante auf. Das gilt für alle Dachformen und ausschließlich bei Überstand 0; sobald du einen Überstand einstellst, bleibt die Traufe wie gehabt.
Giebelkanten am Walmdach¶
Ein Walmdach ist zu allen Seiten abgewalmt. Einzelne Kanten kannst du davon ausnehmen: Unter der Dachform erscheint je wählbarer Kante ein Schalter „Kante 1", „Kante 2", …
An dieser Kante entfällt der Walm — dort entsteht ein Giebel, und aus dem Dach wird an dieser Seite ein Satteldach. Wählbar sind nur Kanten mit dreieckiger Dachfläche.
An einem Rechteck sind das die beiden Schmalseiten; die Längsseiten tragen eine trapezförmige Fläche und stehen deshalb nicht zur Wahl. Welche Kanten wählbar sind, rechnet der Server aus deinem Umriss aus — die Liste wechselt mit, sobald du den Grundriss änderst.
Das Dach wird dadurch größer, nicht kleiner
Statt des abgewalmten Dreiecks laufen die beiden Nachbarflächen bis zur Giebelwand durch. Am gemessenen Beispiel (Rechteck 10 × 8 m, Neigung 25°) wächst das Volumen der Dachschale von 32,68 m³ auf 33,60 m³.
Beim L, T und U wird das ganze Dach neu aufgebaut
Giebelkanten gibt es bei allen Grundrissformen sowie an Anbauten und Nebendächern. Bei L, T und U solltest du wissen, was der Schalter dort tut: ohne gewählte Kante entsteht das Walmdach aus zwei bzw. drei rechteckigen Trakten, die sich gegenseitig durchdringen. Sobald du eine Kante zum Giebel machst, wird das Dach als ein Dach über dem gesamten Umriss neu gebaut — und dabei ändern sich auch Dachflächen weit weg von der gewählten Kante. Gemessen bleiben beim L nur 2 von 6 Dachflächen unverändert, beim T 1 von 7, beim U 3 von 8. Die Firsthöhe bleibt dabei gleich; die Firstlinie kann weiter durchlaufen als vorher. Wählst du die Kante wieder ab, ist das ursprüngliche Dach unverändert zurück.
Die Wahl gehört zu diesem Umriss und zu dieser Dachform
Wechselst du die Grundrissform oder die Dachform, ist die Kantenwahl weg und du wählst neu. Das ist Absicht: Kante 1 am L-Grundriss meint eine andere Kante als Kante 1 am Rechteck — die alte Nummer würde nach dem Wechsel auf eine Seite zeigen, die niemand gewählt hat.
Nebendächer (nur bei freiem Grundriss)¶
Hat dein Gebäude eine Restfläche, die das Hauptdach nicht abdeckt — etwa einen Erker oder einen niedrigeren Anbau —, wählst du über die Schaltflächen „Dach 1", „Dach 2", … je Fläche eine von zwei Möglichkeiten: die Geschossdecke bleibt sichtbar, oder die Fläche bekommt ein eigenes Dach (Form, Neigung und Überstand getrennt vom Hauptdach). Eine Dachterrasse entsteht daraus, indem du beim eigenen Dach die Form Flach wählst und den Schalter „Begehbares Dach" einschaltest.
| Wert | Bereich |
|---|---|
| Form | Flach, Sattel, Walm, Pult |
| Neigung | 0 bis 75°, Pult 0 bis 60° |
| Überstand | 0 bis 2,50 m |
| Anzahl | höchstens 50 je Gebäude |
Die Traufe eines Nebendachs sitzt auf der Oberkante der Geschossdecke seiner Fläche. Dachfenster und Gauben lassen sich auch auf Nebendächern platzieren.
Begehbares Dach — die Dachterrasse¶
Die oben beschriebene Höhenlage gilt für nicht begehbare Nebendächer. Eine begehbare Fläche wird als Geschossdecke direkt auf der Wandoberkante erzeugt, mit der regulären Deckendicke und passenden Wand-Decken-Gegenprofilen. Auf einer Restfläche bleibt sie Teil der vorhandenen Geschossdecke; es entsteht keine zusätzliche Dachplatte darüber. Das gilt entsprechend für begehbare Haupt- und Anbauabschlüsse.
Wähle unter Dachfläche direkt die erste Kachel Begehbares Dach, vor Flachdach. Das gilt für Hauptdach, Restflächen und Anbauten. Die Fläche wird als Geschossdecke ohne Dachüberstand erzeugt; eine Treppe nach oben ist möglich. Die Geländerwahl zeigt Keines, Geschlossen, Staketen und Zinnen im Quadrat, jeweils mit dem Namen unter dem Symbolrahmen. Keines lässt die Decke ohne Geländer. Eine eingeschaltete Geländerart je Kante hat weiterhin Vorrang; schalte sie für eine durchgehend geländerlose Fläche aus.
Bei gewähltem Geländer gilt:
Die begehbare Fläche bekommt ein Geländer an allen freien Außenkanten — wahlweise geschlossen, als Staketengeländer wie bei Balkonen und Terrassen oder mit Zinnen, die es nur hier gibt. Bei sehr kleinen Maßstäben werden die Zähne von selbst weniger und breiter, damit sie druckbar bleiben.
Das Geländer ist fest mit der Geschossdecke darunter verschmolzen (ein Druckteil); am Anschluss zur Außenwand bleibt eine feine Druck-Toleranz von 0,3 mm, damit das Teil beim Zusammenbau nicht klemmt (im Monolith-Modell liegt es bündig an).
Nur die Zinnenbrüstung kragt aus: Sie steht 0,40 m vor der Wandflucht und sitzt auf einer durchlaufenden 45°-Schräge. Zahnköpfe und Lückensohlen fallen mit 30° nach außen ab. Die Höhen gelten an der Innenseite — 0,90 m bis zur Lückensohle, 2,10 m bis zur Zahnoberkante. Stößt die Brüstung an eine hochlaufende Wand, läuft die Auskragung dort auf Gehrung zurück.
Zinnen nur auf einzelnen Kanten¶
Der Zahnkranz, den man von der Burg kennt, muss nicht rundherum laufen. Unter der Geländerwahl sitzt der Schalter „Geländerart je Kante wählen". Ist er an, erscheint der Grundriss der begehbaren Fläche, und du klickst die Kanten an, die Zinnen tragen sollen — sie werden gelb. Alle übrigen Kanten bekommen eine geschlossene Brüstung. Ein zweiter Klick nimmt eine Kante wieder zurück. Rechts neben dem Umriss steht, wie viele Kanten Zinnen tragen und wie viele nicht.
An der Ecke zwischen einer Zinnen- und einer Brüstungskante läuft die Zinne um die Ecke herum und endet in der Flucht ihrer eigenen Innenkante — bei einem rechten Winkel also 0,25 m weiter. So bildet die Ecke sich vollständig aus, statt an der Kante abzubrechen. Bei schiefen Ecken wird dieses Stück von selbst länger.
Standardfirst — First und Traufe selbst wählen¶
Bei Satteldach und Pultdach über einem Standard-Grundriss (Rechteck, L, T, U) gibt es im Parameter-Panel den Toggle „Standardfirst".
- Standardfirst = ja (Standard): First- und Trauflage werden automatisch gesetzt — beim Satteldach liegt der First parallel zur längeren Gebäudeseite, beim Pultdach fällt die Fläche zur voreingestellten Traufseite ab. Du musst nichts weiter wählen.
-
Standardfirst = nein: Du legst die Lage selbst fest. Es erscheint ein Umriss-Fenster, in dem du die maßgeblichen Kanten anklickst:
- Satteldach: Wähle zwei gegenüberliegende parallele Kanten — dazwischen liegt der First. Jede weitere gewählte parallele Kante begrenzt die Dachfläche (Dachrinne), verschiebt den First aber nicht.
- Pultdach: Wähle die Traufkante (die tiefe Dachseite). Jede weitere parallele Kante begrenzt die Dachfläche (Dachrinne oder First).
Wo du keine Kante wählst, läuft das Dach bis zum Umriss. Wählst du bei einem einfachen Rechteck zwei nicht gegenüberliegende Kantenrichtungen, verschneiden sie sich automatisch zu einem T-Dach.
Nur beim Standard-Grundriss
Beim freien Grundriss wählst du die Firstbezugskanten immer über das Umriss-Fenster — dort gibt es den Standardfirst-Toggle nicht. Beim T-Grundriss steht das Pultdach nicht zur Verfügung.
Firstbezugskanten beim freien Grundriss¶
Beim freien Grundriss — und ebenso bei jedem Nebendach auf einer Restfläche — wählst du die Firstbezugskanten im Umriss-Fenster. Aus deiner Wahl entstehen Gruppen, und jede Gruppe ist ein eigener Dachteil. Die Gruppen bekommen im Fenster verschiedene Farben, damit du siehst, was zusammengehört.
- Die ersten beiden Kanten bilden die Hauptgruppe — dazwischen liegt der Hauptfirst.
- Jede weitere Kante parallel dazu setzt eine Dachrinne. Sie begrenzt, wie weit das Hauptdach an dieser Stelle abgeschleppt wird, verschiebt den First aber nicht. Wo du keine Dachrinne setzt, läuft die Dachfläche bis zur untersten Traufe durch — so entsteht ein überdachter Außenbereich.
- Kanten einer anderen Richtung bilden einen Quergiebel. Ein Quergiebel hat genau zwei Bezugsgeraden; wählst du in seiner Richtung eine dritte Kante, beginnt damit ein neuer Quergiebel. Dachrinnen gibt es also nur in der Hauptgruppe.
- Statt einer zweiten Kante kannst du einen Eckpunkt anklicken. Durch ihn läuft dann eine gestrichelte, gedachte Bezugsgerade parallel zur ersten Kante — praktisch, wenn dem Quergiebel gegenüber gar keine passende Kante liegt. Jeder Quergiebel darf seinen eigenen Eckpunkt haben.
Ein Quergiebel darf den Hauptfirst nicht überragen
Alle Dachteile haben dieselbe Neigung — deshalb entscheidet allein der Abstand der beiden Bezugsgeraden über die Firsthöhe. Spannt ein Quergiebel weiter als das Hauptdach, würde sein First höher liegen; die App lehnt das ab und nennt dir beide Spannweiten.
Solange etwas fehlt, bleibt das Dach stehen
Eine noch unvollständige Gruppe — etwa eine einzelne Linie, die auf ihre zweite Bezugsgerade wartet — ändert das Dach nicht. Erst ein vollständiges Paar baut neu. Der Hinweis unter dem Fenster sagt dir, was fehlt, und ein Punkt am Reiter Dach 1 … Dach n zeigt, welches Dach noch auf seine Wahl wartet. Solange ein Dach unfertig ist, entsteht gar kein Dach — auch die bereits fertigen nicht.
Was du im Fenster siehst
First-, Grat-, Kehl- und Ortganglinien werden live als dünne weiße Linien eingezeichnet — durchgezogen der First, gestrichelt Grat, Kehle und Ortgang. Sie stammen aus dem wirklich gebauten Dach, nicht aus einer Skizze. Rot markierte Abschnitte liegen an einer hochlaufenden Außenwand: dort darf keine Traufe entwässern, deshalb wird die Traufe dort unterbrochen und über dem Wandstück ein Quergiebel ausgebildet.
Traufe und First
Fachbegriffe rund ums Dach — Traufe, First, Ortgang, Kniestock — findest du im Glossar.